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08.03.2010
Umschulungen bei der AZH angelaufen
Für 53 Umschüler, 48 davon aus den Reihen der Homburger Werke der Schaeffler Technologies GmbH & Co.KG begann am 1. März bei der AZH Ausbildungszentrum Homburg GmbH ein neuer Abschnitt ihres beruflichen Lebensweges. Der Wirtschaftskrise auf der einen Seite, dem umsichtigen Handeln von Werksleitung, Betriebsrat, Gewerkschaft und Arbeitsagentur auf der anderen Seite geschuldet, sollen die 53 Männer und Frauen innerhalb der nächsten 28 Monaten in den Berufen Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker und Mechatroniker ausgebildet werden und am 30. Juni 2012 ihre Prüfung zum Facharbeiter ablegen.

„In einer freien Marktwirtschaft sind Krisen unvermeidlich. Die jetzige Krise jedoch ist mit allen anderen seit Bestehen der Bundesrepublik nicht ver-gleichbar“, ordnete Norbert Seiler, Geschäftsführer der Ausbildungszentrum Homburg GmbH, anlässlich der offiziellen Begrüßung der Umschüler die Gründe für die ungewöhnliche Fördermaßnahme ein. Angesichts der weltweiten Auswirkungen einer solchen Krise hätten sich die Unternehmen der Situation stellen und geeignete Maßnahmen ergreifen müssen. „Während die einen dabei kurzerhand zu Entlassungen greifen und sich wenig Gedanken um ihre Mitarbeiter machen, streben andere intelligentere und menschlichere Lösungen an.“ Hier nannte Seiler Schaeffler Technologies als positiv beispielhaft. „Dieses Personalmanagement hat das Unternehmen in den Jahren immer wieder ausgezeichnet.“ Mit dem System der Qualifizierung innerhalb der Belegschaft sei es möglich, auf der einen Seite krisenbedingte Entlassungen zu vermeiden, gleichzeitig aber auch die hohen Personalkosten zu senken.

Die Maßnahme, finanziert durch die Agentur für Arbeit, war das Ergebnis von Verhandlungen zwischen Betriebsrat, IG Metall und Schaeffler Technologies-Unternehmensleitung. Für die Homburger Schaeffler Technologies-Werke war es an Erwin Thurnes, den Personalleiter, die Qualifizierungsmaßnahme einzuordnen. „Krisen bieten auch Vorteile. Sind die Nervositäten erst mal herunter gefahren, bietet sich die Zeit, sich den Herausforderungen zu stellen. Die Qualifizierung von Mitarbeitern bietet sich hierzu förmlich an.“
Thurnes sprach ebenso wie Hans-Hartwig Felsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit des Saarlandes, einen weiteren Vorteil der Fortbildungsmaßnahme an: Die Steigerung der Zahl qualifizierter Facharbeiter. Hans-Hartwig Felsch: „Der Strukturwandel und die demo-graphische Entwicklung wird uns in den nächsten Jahren massiv berühren.“ Beide Faktoren würden zu einem spürbaren Fachkräftemangel führen. Unter den Maßnahmen, um diese Entwicklung zu kompensieren, fände sich eben auch die gezielte Weiterqualifizierung von Mitarbeitern in den Unternehmen.